Samstag, 6. Juni 2020

Corona in Sambia

So langsam ebbt die Corona-Welle weltweit ab. Auch hier in Sambia gibt es immer wieder Lockerungen. Zunächst wurden im März Schulen und Universitäten geschlossen. Auch Restaurants und Bars haben dicht gemacht. In den Läden herrscht "Maskenpflicht" und auf dem Highway gibt es immer wieder "Covid-Stopps", wo man aus dem Auto aussteigen und sich die Hände waschen muss und einem die Temperatur gemessen wird.

Auch bei uns in "Dawn Trust" hatten diese Maßnahmen Auswirkungen: Unser jährlicher Feldtag Ende März, zu dem viele Kleinbauern aus der Region kommen, musste abgesagt werden. Da die Absage nicht jeder erhalten hat, kamen am dem Tag dennoch rund 100 Interessierte, welche in kleinen Gruppen über unsere Demonstrationsfelder geführt wurden. Die entsprechenden Seminare und Andachten konnten jedoch nicht durchgeführt werden.

Kurz nachdem die Schulen und Unis geschlossen haben, hat sich unsere Bücherei ziemlich gefüllt. Die Einhaltung der Distanzregelung konnte nicht mehr gewährleitet werden und so mussten wir unsere Bücherei für einige Wochen schließen. Seit dieser Woche dürfen jedoch Studenten wieder bei uns zum Lernen kommen! Es kam ein ein entsprechendes Kommitee vom "Ministry of Education" und hat uns grünes Licht zur Wiederöffnung der Bücherei gegeben. Seitdem hat sich unsere Bücherei wieder gefüllt, allerdings darf pro Biertisch nur ein Student sitzen und es herrschen Hygieneregeln sowie Maskenpflicht.

Auch unser wöchentlicher Kids Club samstagmorgens muss pausieren. Debbie bietet derzeit jeden Dienstagnachmittag für unsere Mitarbeiterkinder, die sowieso immer wieder zum Spielen kommen, einen "privaten" Kids Club an.
Unsere "Frauenstunde" (Ladies Bible Study Group) hat sich nach einer kurzen Pause nun auch wieder getroffen. Hier sind wir nur eine kleine Gruppe von ca. 10 Frauen und treffen uns mittwochnachmittags 14-tägig. Diese Treffen sind jedes Mal eine Ermutigung für unsere Mitarbeiterfrauen.

Der Unterricht im Waisenhaus muss weiterhin pausieren. Dort sind nicht einmal Besucher erlaubt. Einmal ist Debbie mit den Kids hingefahren, um "ihre" Schüler dort zu besuchen, wurde jedoch strengstens dazu angehalten, ihren Besuch auf ein paar wenige Minuten zu beschränken.

Ansonsten konnte unsere Arbeit wie gewohnt weitergehen. Beim engen Zusammenarbeiten tragen unsere Mitarbeiter Masken.

So viel mal von uns. Gerne wollen wir Ende Juli nach Deutschland in den Heimataufenthalt kommen. Da der Flugverkehr jedoch limitiert ist, ist unsere Ankuft derzeit noch unklar - wir werden euch informieren, soweit wir Neues wissen.

Dawn Trust Kids Club...


...dienstags in unserem Garten.

Frauenstunde

Benni mit den Mitarbeitern beim montaglichen Meeting,
welches derzeit im Freien stattfindet und mit "Distanz"


Kleine Wanderung in der Nachbarschaft

Wir wünschen euch, dass Gott euer Frieden und Anker in der aufgewühlten Zeit wird


Montag, 9. März 2020

Malawi Trip


ROOTS – dieses Wort hat Gott Johan van der Ham aufs Herz gelegt während seiner Zeit in der südafrikanischen Armee. Viele schlaflose Nächte, Kopfzerbrechen und Gebet haben ihn schließlich hinter die Bedeutung geführt: Resources Out Of The Soil (Ressourcen aus der Erde). Roots wurde seitdem zu Johans Lebensmotto. Mit seiner Familie ist er später nach Malawi gezogen, um dort ein Jüngerschaftscenter zu errichten. Ihm war es wichtig, Einheimischen nahezubringen, wie sie die Ressourcen, die Gott ihnen in der Natur zur Verfügung gestellt hat, gewinnbringend nutzen können. Mittelpunkt seines Unterrichts sollte aber Gottes Wort stehen: nur wer in Gott verwurzelt ist, kann ein guter Verwalter der Ressourcen sein, die Gott uns schenkt.

Wir haben Johan bei einer Konferenz von „Foundations for Farming“ hier in Sambia kennengelernt, auf der er inspirierende Seminare gehalten hatte. Seitdem war es der Wunsch unseres Kollegen Dietmar Brunner, die Arbeit von Johan mal selbst anzusehen. Nun wurde der Wunsch in die Tat umgesetzt und wir sind Ende Februar als Familie mit Dietmar und Manuel Sept sowie unserem „Dawn Trust“-Pastor Haka und einem der Vorstandsmitglieder, Ben Chisani, nach Malawi aufgebrochen. Über zwei Tage lang ging die Reise. Johans Trainingscenter befindet sich in der Großstadt Blantyre, mehr im Süden Malawis. Dort sind auch unsere Liebenzeller Kollegen Familie Berger stationiert, bei denen ein Besuch natürlich nicht ausblieb. Sie haben uns mit Kaffee nach der langen anstrengenden Reise in Empfang genommen bevor wir dann ans andere Stadtende zu Johan fuhren. 

Die Zeit bei Johan und seiner Familie war sehr interessant und hat uns einige Inspiration und Ideen gegeben, die wir gerne in „Dawn Trust“ ausprobieren möchten. Wir sind derzeit am Überlegen, wie unser Jüngerschaftsprogramm hier ausgebaut werden kann und somit war der Trip zu Johan sehr hilfreich. 

Hier ein paar Eindrücke der Reise:

Blick von Johans Garten auf das Trainingscenter
Zu der Ministry gehört auch eine Käserei. Durch den Verkauf der Produkte kann die Ministry teilweise finanziert werden.
Ein Mitarbeiter von Johan erklärt unserer Gruppe etwas

Wir sind zu einer lokalen Kompostsammelstelle gefahren
Johan erklärt, dass hier Müll von den Großmärkten eingesammelt wird und sortiert wird. Aus dem Schlamm/Dreck kann Kompost gewonnen werden.

Levi hat auch in Malawi gleich einen Freund gefunden.

Kleiner Ausflug mit der ganzen Gruppe - mit Blick auf Antilopen, Zebras und den Sonnenuntergang

Kaffeetrinken mit Miri Berger und Sarah Müller und deren Kinder

Auf dem Rückweg haben wir in Lilongwe einen kurzen Kaffeestopp eingelegt und konnten Bennis Cousine Joanna mit ihrem Freund treffen! Ein schönes Highlight am Ende der Reise.

 


Freitag, 31. Januar 2020

Immer wieder sonntags....

Oft werden wir gefragt, wie unsere Sonntage so ablaufen. In "Dawn Trust" ist es sonntags meist ruhig, es sei denn, ein Fußballturnier findet auf unserem Platz statt. Die Liebenzeller Mission kooperiert vor Ort mit der "Zambia Baptist Association", weswegen wir dazu ermutigt werden, uns einer der vielen Baptistenkirchen hier in Ndola anzuschließen. Wir haben die Baptistenkriche in unserem Stadtteil Mushili gewählt, da hier der ca. dreistündige Gottesdienst in Englisch/Bemba stattfindet. Viele Baptistenkirchen sind von dem Stamm der Lambas geprägt und die Gottesdienste finden vielerorts auf Lamba statt. Nicht jedoch in Mushili. Ein weiterer Vorteil an der Kirche in Mushili ist, dass wir sie zur Not auch per Fuß erreichen können. Außerdem sind viele der Kirchenmitglieder Nachbarn von uns bzw. wohnen ein einem nicht zu weit entfernten Umkreis von "Dawn Trust". So können wir ihnen das Projekt auch besser bekannt machen und haben oft unter der Woche "Zufallsbegegnungen" mit einzelnen Kirchenmitgliedern.

So ein Gottesdienst läuft natürlich komplett anders ab, als wir das aus Deutschland kennen. Es wird viel gesungen, ein Frauenchor tritt jedes Mal auf und die Kinder sagen jede Woche einzeln Bibelverse auf. Der ganze Rahmen ist eher traditionell gehalten und jedes Mal eigentlich gleich. Manchmal kann sich so ein Gottesdienst, ehrlich gesagt, ganz schön in die Länge ziehen, vor allem, wenn man nebenher noch zwei Kleinkinder bei Laune halten muss ;) Das Kinderprogramm findet nach ca. eineinhalb Stunden parallel zur Predigt statt. Doch oft wird mit den Kindern nur gesungen. Letzten Sonntag war kein Mitarbeiter für die Kinder da und so ist Debbie spontan eingesprungen. Auf die Frage hin, welche Geschichte sie das letzte Mal gehört hatten, konnten sie keine Antwort geben bzw. meinten, sie könnten sich nicht erinnern, da sie schon so lange keine Geschichte erzählt bekommen haben. Oft wird nur gesungen mit den Kindern. Unser Levi hat deshalb auch keine große Lust, sich dem Kinderprogramm anzuschließen. 

Anbei ein paar Impressionen aus dem Gottesdienst:

Die weiße Deko vorne besteht aus Klopapier ;)

Frauenchor: viele Kirchen in Sambia haben ihre eigene Tracht

Die Kinder sitzen vorne...

... und sagen ihre Verse auf

Natürlich finden in der Baptistenkriche hin und wieder Taufen statt. 


Montag, 23. Dezember 2019

Weihnachtszeit...die Vierte

Dieses Jahr feiern wir bereits das vierte Mal Weihnachten in Sambia und das fünfte Mal in Folge nicht in Deutschland (ein Jahr waren wir in Kanada). Neulich wurden wir gefragt, ob denn überhaupt Weihnachts-Stimmung aufkommt so in der Hitze ;) Na klar! Weihnachten ist ja nicht Schnee, Weihnachtsmarkt, Geschenkekauf, Weihnachtsbaum. Weihnachten ist das Erinnern daran, dass Jesus Mensch wurde - für uns! Überall auf der Welt! Als Jesus geboren wurde war das alles andere als glamurös. 
Wir sagen DANKE für alle Unterstützung, Gebete und Ermutigung in diesem Jahr!
Trotzdem haben auch wir hier in Sambia weihnachtlich dekoriert und "weihnachtliche Momente" erlebt. Die Weihnachtszeit nehmen wir zum Anlass, um einige Jahreshighlights zu erleben: unsere jährliche Dawn Trust-Weihnachtsfeier mit den Mitarbeitern und ihren Ehefrauen sowie den Mitgliedern des Management-Boards, ein Ausflug mit unserer Frauenstunde sowie ein besonderer Kids-Club, den das Kurzzeitteam gestaltet hat. Hier ein paar Eindrücke:
Zum Christmas-Kids-Day kamen über 100 Kinder...
Das Impact Team spielt die Weihnachtsgeschichte vor: Maria und Joseph und ein Gastwirt
Bei der Weihnachtsfeier hielt unser Pastor Haka eine Andacht
Es gab ein feines BBQ
Ausflug mit der Frauenstunde
Wir haben gemeinsam einen Stern gebastelt


Montag, 16. Dezember 2019

Regen- und Anbau-Saison

Die langersehnte Regenzeit nach einer sechsmonatigen Trockenperiode hat letztendlich Mitte November begonnen. Die Oktobersonne hat nochmal Vollgas gegeben und wir hatten über Wochen hinweg Temperaturen zwischen 35-40 Grad täglich. Überall in der Luft hing der Staub, der bei jeder Windbö nur so durch die Gegend gewirbelt ist, dass man das Gefühl hatte, die Wäsche, die zum Trocknen draußen auf der Leine hing, wird komplett eingestaubt. Mitte November gab es dann das erste große Gewitter mit Starkregen. In Sekunden waren die harten Böden draußen überschwemmt und überall bildeten sich Bäche und große Pfützen. Für unsere Kinder der Hit! Endlich wieder in Matschhosen und Gummistiefel durch die Pfützen stampfen. Auch die Natur sah auf einen Schlag wieder grüner aus - der Staub war von den Blättern gewaschen. Für unsere Mitarbeiter und sämtliche Landwirte in Sambia ein Segen: der Startschuss für die Pflanz-Zeit ist das. Man wartet circa zwei bis drei große Regenschauer ab, damit der Boden schön eingeweicht und nass ist. 

Unsere Dawn Trust Felder waren zu dem Zeitpunkt schon nach den Prinzipien von "Foundations for Farming" vorbereitet und so mussten unsere Mitarbeiter nur noch den Samen in die vorgeschaufelten Löcher geben und mit etwas natürlichem Dünger sowie Erde bedecken. Innerhalb weniger Tage konnte man schon die aufgegangene Saat - die kleinen Maispflänzchen - durch die Erde brechen sehen. 

Hier ein paar Eindrücke des Beginns der Regenzeit:
Nach dem ersten Regen: unser Sportplatz ist überflutet


Da bahnt sich was an... die Wolken versprechen Regen!

Unsere Azubis im Einsatz auf dem Feld
Levi hilft gerne mit...
In die vorbereiteten Löcher werden die Samen gesteckt und bedeckt.


Montag, 18. November 2019

Missionsbasar für Mushili

Wie jedes Jahr veranstaltete am 01. November unsere Heimatgemeinde, die SV Dagersheim/Darmsheim, ihren wohlbekannten Missionsbasar. Viele fleißige HelferInnen haben bereits Monate im Voraus dafür gebastelt, genäht, betoniert, gebacken u.v.m., um ihre Kreativstücke beim Missionsbasar an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Gezählt wurden wohl rund 1.000 Besucher, die es sich neben dem Einkaufen auch kulinarisch gutgehen lassen konnten, einen Vortrag hören und Infos über unser "Dawn Trust"-Projekt in Mushili bekommen konnten.

Wir sagen von Herzen DANKE an alle, die diesen Missionsbasar mit viel Liebe gestaltet und organisiert haben! 

Es sind wahnsinnige 16.500 Euro Erlös zusammengekommen, wovon "Dawn Trust" eine Menge profitieren wird! Ihr seid klasse - vielen Dank!

Anbei der Zeitungsartikel der Kreiszeitung Böblingen vom 13. November 19:

Quelle:      https://www.krzbb.de/krz_50_111801658-13-_Hilfe-fuer-Sambia.html?fbclid=IwAR2HRuvn71o2xS351LzjVsa85wsLkI8r1kJU7aZd4zLvfCH2UA9c48iVY1s

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Independence Day 2019

55 Jahre ist Sambia nun schon unabhängig! Das wird jedes Jahr am 24. Oktober gefeiert. Wir nehmen den Feiertag zum Anlass, ein Fußballturnier zu starten, wozu einige Mannschaften aus der Umgebung kommen. Außerdem war am Vormittag das Impact-Team (deutsch-sambisches Freiwilligenteam) da und hat ein Kinderprogramm veranstaltet mit biblischer Geschichte. Circa 150 Kinder waren mit dabei!

Gerne dürft ihr an Sambia denken: das Land steckt momentan in einer der größten Energiekrisen seiner Geschichte...das Ausbleiben von genügend Regen in der letzten Regensaison (bis ca. April 2019) hat den Staudamm, der für die Stromerzeugung genutzt wird, nicht ausreichend gefüllt...Folge: jeden Tag werden ca. 15 Stunden der Strom abgeschalten....landesweit.

Fußballturnier...nur die Harten kommen in den Garten...oder auf den Fußballplatz...Kicken bei 36 Grad!
Viele Kids kamen zum Kinderprogramm, das parallel zum Turnier stattfand
Happy Independence Day, Zambia!