Posts mit dem Label Mushili werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mushili werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 19. September 2017

Frauensache

Jeden zweiten Mittwoch treffen sich die "Dawn Trust" Frauen mit ein paar Frauen aus Mushili gemeinsam mit einer einheimischen Mitarbeiterin sowie mit mir und unseren zwei Kolleginnen zu einer Austauschrunde. Hier wird oft über kulturelle Traditionen diskutiert und diese unter der "biblischen Lupe" betrachtet, es wird ein Thema durchgenommen (z.B. Vergebungsbereitschaft etc.) oder praktische Lebenshilfen weitergegeben. 
Als wir uns letzte Woche trafen, hat Mrs. K. (unsere einheimische Mitarbeiterin) den Frauen beigebracht, wie man einen Tisch ordentlich deckt (nach westlichen Maßstäben) oder das Bett schön macht. Diese Dinge sollen den Frauen helfen, ihren Ehemännern Wertschätzung zu vermittlen. Wir hatten jede Menge Spaß!

Das Bett wird bezogen...


Auch unsere Besucherin Jana (unsere Freundin war für zwei Wochen hier), ist interessiert :)

Jeder sollte einmal üben, den Tisch einzudecken

...und zeigen, wie man korrekt mit Besteck umgeht :)

Der fertig gedeckte Tisch! In Sambia benutzen die wenigsten Besteck. Alles - vor allem das Hauptgericht Nshima (Maisbrei) - wird mit der Hand gegessen. 

Freitag, 12. Mai 2017

Ein Spaziergang durch Mushili...

...dürft ihr heute mit uns machen. Diese Bilder sind gestern Vormittag entstanden... Erklärungen anbei :) So bekommt ihr einen kleinen Eindruck unserer unmittelbaren Umgebung.

Viele Leute können sich keine Fensterscheiben leisten, deshalb wird die Fensterlücke zugemauert. Ist genug Geld da, wird irgendwann die Scheibe eingesetzt. Deswegen ist es in den Häusern meist total dunkel...
Die meisten Häuser haben keinen Wasseranschluss (viele auch keinen elektrischen Strom, das aber schon eher, als Wasser). Bei uns im "Dawn Trust Community Care"-Projekt können die Leute Wasser kaufen. Eine solche Tonne für rund 30 Cent.
Wer eine Tonne erworben hat, gibt oft Wasser an andere ab. Mit einem Schlauch wird das Wasser in die bereitstehenden Eimer gefüllt.
Manche kommen auch mit ihren Kanistern...
Diese Straße müssen wir fahren, um von unserem Gelände auf die Teerstraße zu kommen. Irgendwo scheint eine Wasserleitung undicht zu sein, denn hier fließt ständig ein Rinnsal. Nicht selten sehen wir hier Kinder und Frauen Wasser abschöpfen, was sie zum Waschen verwenden. Manche kommen auch hier an die Straßenecke direkt mit ihrem Wäschekorb und waschen ihre Wäsche direkt in dem (schmutzigen!) Rinnsal...
Wer keine Schubkarre hat, trägt auf dem Kopf. Diese Dame hat aber kein Wasser geholt, sondern verkauft frischen Fisch! Wegen fraglicher Kühlkette ist der Erwerb des Fisches für europäische Mägen nicht empfohlen...
Auch die Kinder müssen schon schwere Lasten auf dem Kopf tragen...
Viele solcher kleinen Lädchen sieht man in der Nachbarschaft. Dieser ist quasi nur bei uns ums Eck. Oft kaufen wir hier schnell Zucker, Eier, Tomaten etc. Die "Mushilianer" freuen sich, wenn wir lokal einkaufen und gleichzeitig unser Bemba anwenden.
Zuckerrohr-Saison! Dieser Mann verkauft Zuckerrohr. Man kaut einfach darauf herum und isst den puren Zucker. Eine sambische "Süßigkeit" ;) Benni hat es bereits probiert - Zuckerrohr wird aber sicher nicht seine Lieblings-Süßigkeiten. Wir bevorzugen nach wir vor Haribo, Ritter-Sport & Co. ;)
Weil die (staatliche) Schule Geld kostet und viele sich die Schulgebühren nicht leisten können, sieht man auch vormittags (dieses Bild ist um ca. 10 Uhr morgens entstanden) viele Kinder draußen spielen... Hier ein selbsterbautes Fußballfeld. Die Äste dienen als Tore - kreativ!
Auch alte Autoreifen werden als Spielgefährten genutzt...
Dieser Junge ist besonders clever: aus Draht hat er sich einen Spiel-Lastwagen gebaut - sogar mit Lenkstange! Er verkauft sogar seine selbstgebauten Exemplare für ca. 50 Cent das Stück. Vielleicht schaffen wir uns eines für Levi an, wenn er laufen kann :) Generell müssen Kinder hier sehr kreativ sein, wenn es um Spielzeug geht.
Da es zur Zeit recht windig ist, eignet sich das Wetter bestens, Drachen steigen zu lassen. Wieder auf kreative Art und Weise selbstgebaute Exemplare: Ein Kreuz wird aus Bambus-Stecken gebunden und darüber eine alte Plastiktüte gespannt. Eine Schnur angebracht und fertig ist der Drachen...
...und fliegt hoch hinaus :)






Sonntag, 22. Januar 2017

Beziehungsweise


Beziehungen spielen in Sambia eine sehr große Rolle. Der Stellenwert, den in Deutschland die Zeit und die Pünktlichkeit besitzt, nimmt hier in Sambia die Pflege verschiedener Beziehungen in Anspruch. Wenn man sich zum Beispiel auf dem Weg zu einem Termin oder gar zur Arbeit befindet und einen Bekannten unterwegs trifft, nimmt man sich die Zeit, sich mit dieser Person zu unterhalten, auch wenn die Uhr drückt und es eigentlich höchste Zeit wäre, in der Arbeit oder bei dem Termin zu erscheinen.

Auch wir versuchen hier, auf verschiedene Weise Beziehungen zu bauen – vor allem zu unseren direkten Nachbarn, die gleichzeitig die Mitarbeiter des Projektes „Dawn Trust Community Care“ sind.

Benni versucht vor allem durch gemeinsame sportliche Aktionen Beziehungen zu den Jungs aus dem Compound zu bauen. Keagan, Bennis Sprachhelfer, ist regelmäßig bei uns Gast und neben dem „Bemba“-Lernen wird auch viel Privates gequatscht und sich so besser kennen gelernt. Nach einer Lernsession haben wir ihn auch mal mit zu ihm nach Hause begleitet – nicht allzu weit von unserem Haus entfernt. Es war eindrücklich zu sehen, unter welch spartanischen Bedingungen er – genauso wie viele andere hier in Mushili – leben: zum Beispiel kein fließend Wasser.
Debbie versucht immer wieder, unsere Nachbarinnen auf verschiedene Weise zu begegnen und so Beziehungen aufzubauen. Zum Beispiel hat sie einer der Nachbarinnen einen Stoff gegeben und sich ein Kleid nähen lassen – das schien eine besondere Ehre für jene Nachbarin zu sein. Diese Woche hat sie gemeinsam mit Miriam, einer anderen Nachbarin und deren Kindern gebastelt.
Heute haben wir als Familie mit einer unserer Nachbarsfamilien einen kleinen Ausflug zu einem naheliegenden Staudamm gemacht und ein Dorf besucht, wo die Menschen unter sehr einfachen Verhältnissen leben, was uns teilweise schockiert hat. Einige Leute liefen betrunken durch die Straße und unser Nachbar erklärte uns, dass in Dörfern wie diesem sehr viel Perspektivlosigkeit herrscht und sich die Menschen daher in den Alkoholrausch stürzen. Als wir wieder zu Hause waren, hat sich die Familie sehr bedankt und war glücklich, mit uns diesen Ausflug gemacht haben zu können.

Es ist für uns immer wieder spannend, den Leuten hier, die mit uns eigentlich überhaupt keine Gemeinsamkeiten haben, zu begegnen und Gemeinschaft mit ihnen zu haben. Nicht nur wir können ihnen etwas weitergeben, sondern empfangen und lernen mindestens genauso viel von ihnen. Wir staunen außerdem immer wieder über die Herzlichkeit, mit denen die Sambier uns begegnen. 

Chameleon vor unserem Haus
Levi schließt Freundschaft mit unserem Mitarbeiter
Diese Woche wurden unsere Bananen geerntet
Bastelsession mit den Nachbarn
Kreative Kinder: kleines Fußball-Spiel mit Flaschendeckeln
Ausflug in ein anderes Dorf mit den Nachbarn
Ein ärmeres Dorf in der Nähe 
Wir besuchen unsere Freundin Grace
Mit unserem Nachbarn beim Ausflug...
...zum nahegelegenen Staudamm

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Wir sind Umgezogen

Nach über einem Jahr WG-Leben mit verschiedenen Parteien und vier Umzügen, sind wir letzten Freitag endlich in unser kleines Häusle nach Mushili auf das Projektgelände von „Dawn Trust Community Care“ gezogen und sind jetzt als Familie in den eigenen vier Wänden.
Mushili heißt Erde – was gut passt, denn die Straßen, die zu unserem Häusle führen, sind nichts als Staub und Erde. Mushili ist einer der vielen „Compounds“, also ärmeren Stadtteilen, von Ndola. Wir sind hier ziemlich die einzigen Weißen und somit quasi eine Attraktion in der Gegend!
Wir wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft zu unseren einheimischen Mitarbeiterkollegen, was wir sehr genießen und schätzen, da wir viel von ihnen lernen und bei Fragen immer zu ihnen kommen können. So hat uns z.B. einer unserer Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht, dass wir nachts immer unsere Fenster ganz schließen sollen, da Leute sonst evtl. unsere Vorhänge klauen könnten. Gerade vor Weihnachten wird hier viel geklaut, da Leute Geld brauchen für Geschenke.
Um unser Haus sind immer viele Kinder unterwegs, die fast den ganzen Tag draußen spielen. Es kam schon öfters vor, dass die Kinder mit ihren Nasen an unseren Fensterscheiben hingen und schauen wollten, was die Wazungu (Weißen) so tun und was sie alles besitzen. Als sie neulich zum ersten Mal unsere Waschmaschine gehört und gesehen haben, waren sie sehr erstaunt. Die Leute hier waschen ihre Wäsche ausschließlich von Hand.
Außerdem haben wir schon gelernt, dass Material Allgemeingut ist. Unsere Campingstühle standen auf unserer Terrasse, als es anfing, zu regnen. Plötzlich haben wir beobachtet, wie sich drei Jungs an unseren Stühlen zu schaffen machten. Als wir fragten, warum sie unsere Stühle wegtragen möchten, haben sie auf die Regenwolken gezeigt. Dass unsere Stühle uns gehören und wenn sie nass werden, dies unser Problem ist, spielt hier keine Rolle. Jedem gehört quasi alles. Da müssen wir schon aufpassen, was wir draußen liegen lassen und was nicht…eher: was nicht! :)
Neben all dem schönen und dem dichten Beisammenwohnen mit den Einheimischen, müssen wir auch aufpassen, dass wir nicht die ganze Zeit beobachtet werden und auch die nötige Zeit nur für uns als junge Familie haben. In dieser Spannung leben wir jetzt und sind sehr gespannt, was wir davon lernen!
Küche bauen

Unser Haus neben dem Nachbarhaus

Der nächstgelegendste Shop

Die fertige Küche - gute deutsche Wertarbeit

Unterwegs in Mushili

Rückansicht unseres Hauses mit Veranda